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1982


Erdgastrasse

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Quelle: BundesarchivDie DDR übernimmt den Bau dreier Abschnitte der Erdgastrasse in der Sowjetunion, die von Westsibirien nach Westeuropa führen soll.
Für die Erfüllung des Staatsvertrages geht die DDR an die Grenzen ihrer ökonomischen Leistungsfähigkeit, denn Ausrüstung und Material müssen zum großen Teil gegen Devisen im westlichen Ausland gekauft und mit großem logistischen Aufwand in die Sowjetunion gebracht werden.
Als die Erdgastrasse 1993 fertig wird, gibt es die DDR seit drei Jahren nicht mehr.

Bereits von 1974 bis 1978 wurde die sogenannte „Druschba–Trasse“ (Freundschaft) von Westsibirien bis in die Ukraine gebaut. Hintergrund war der Vertrag über Erdgaslieferungen, den die Sowjetunion im Februar 1970 mit der Bundesrepublik geschlossen hatte. Der Sowjetunion fehlten allerdings die Ressourcen, um die Exporte zu gewährleisten. So mussten die Länder des RGW mit anpacken und erhielten als Gegenleistung Erdgas zu Sonderkonditionen. Den Ländern Bulgarien, ČSSR, Polen, Ungarn und der DDR wird jeweils ein Bauabschnitt von 550 Kilometern Länge zugewiesen, den sie bauen und finanzieren müssen.

Quelle: ABLViele junge Menschen melden sich aus Neugier und Abenteuerlust freiwillig für den Einsatz an der Trasse. Aber auch die gute Bezahlung und weitere Vergünstigungen spielen eine große Rolle. So ist es z.B. möglich, sich drei Jahre für den Bau an der Trasse zu verpflichten, statt in der Armee zu dienen. Damit kann man u.a. seinen Studienplatz sichern.
Im Land werden die Bauarbeiter mit einer gänzlich anderen Realität konfrontiert, als von der DDR-Propaganda dargestellt. Armut, Mangel und Misswirtschaft bleiben ihnen nicht verborgen und lassen manchen zweifeln am „Vorbild Sowjetunion“.

 

Erdgastrasse 1983-1985
Erdgastrasse 1983-1985Quelle: Bundesarchiv
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Breschnews Tod und Nachfolge

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Bruderküsse

Am 10. November 1982 stirbt der sowjetische Staats- und Parteichef. Breschnews Ära ist von Stagnation gekennzeichnet. Sein kultivierter „Neostalinismus“ beherrscht den gesamten Ostblock – Überall geht die Macht von „Apparatschiks“ und „Seilschaften“ aus.
Sein Nachfolger kann dementsprechend nur ein Funktionär sein, der seine gesellschaftliche Stellung dem hierarchischen Apparat verdankt.

Juri Andropow | Quelle: BundesarchivBereits zwei Tage nach Breschnews Tod wird der bisherige Geheimdienst-Chef, der 68-jährige Juri Andropow, neuer Parteivorsitzender. Obwohl er sichtlich von Krankheit gezeichnet ist, steht er in der „Rangliste“ seit Beginn des Jahres als „Zweiter“ Sekretär des Zentralkomitees als Nachfolger fest.
Schon nach 15-monatiger Amtszeit stirbt Andropow am 9. Februar 1984.
Trotzdem setzt Andropow einige Impulse, die Stagnation zu beheben. So plädierte u.a. er für eine stärkere Bewegung in der Kaderpolitik und Michail Gorbatschow wird sein Protegé.

Konstantin Tschernenko | Quelle: BundesarchivAm 13. Februar 1984 wird der Breschnew-Günstling Konstantin Tschernenko neuer Parteichef. Die amerikanisch-sowjetischen Spannungen haben mit dem Olympia-Boykott 1984 ihren Höhepunkt erreicht. Tschernenko signalisiert in seiner nur 13-monatigen Amtszeit einen vorsichtigen Dialog zur Abrüstung. Die Sowjetunion kann im Rüstungswettlauf der Großmächte nicht mehr mithalten. Die Militärausgaben gehen immer mehr zu Lasten des Sozialetat.
Tschernenko stirbt am 10. März 1985. Sein Nachfolger wird Michail Gorbatschow.

Comic, Witz