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1961


Wettlauf ins All

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Das Wettrüsten im „Kalten Krieg“ schließt seit den 1950er Jahren das Weltall mit ein. Trägerraketen, die Material ins Weltall befördern können, sind potentiell auch mit Atomsprengköpfen bestückbar.

Jurij Gagarin (Quelle: archive.org) Jurij Gagarin fliegt als erster Mensch in den Weltraum. Mit dem Raumschiff „Wostok I“ umrundet der 27-jährige am 12. April 1961 die Erde und landet anschließend im Wolga-Gebiet. Sieben Jahre später verunglückt Gagarin auf einem Übungsflug.
Der erste Mensch im All ist ein spektakulärer Triumph des sowjetischen Raumfahrtprogramms.

Eulenspiegel 1967 – Sowjetischer [Export-] Sekt 1957 | Quelle: ABL

Witze

 

Politik der Stärke – Mauerbau und Kuba-Krise 1962

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Chruschtschow erneuert Anfang Juni 1961 gegenüber dem neuen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy seine alte Forderung von 1958, wonach die Westalliierten ihre Rechte in West-Berlin aufgeben sollen. Chruschtschow droht erneut mit einem Ultimatum, die DDR einseitig anzuerkennen.
Er steht im Zenit seiner Macht und demonstriert Stärke. Berlin bildet für ihn ein politisches und militärstrategisches Problem - für SED-Chef Ulbricht ein wirtschaftliches durch das „Ausbluten“ der DDR (Massenflucht). Beide haben ein Interesse an der Abriegelung West-Berlins.

SED-Chef Ulbricht auf der internationalen Pressekonferenz in Berlin am 15.06.1961 | Quelle: Bundesarchiv

 

Berlin „Sie betreten das demokratische Berlin“ In unmittelbarer Verantwortung der DDR werden die drei Westsektoren von Berlin am 13. August 1961 abgeriegelt. Damit mauert sich die DDR selbst ein. Die Sowjetunion leistet „Rückendeckung“, indem sie ihre Truppen in der DDR, Polen und Ungarn verstärkt.
„Antifaschistischer Schutzwall“ ist ab Oktober 1961 die offizielle Umschreibung der nun manifesten Teilung Deutschlands. Der Begriff „Mauer“ wird untersagt und gilt fortan als „feindliche Propaganda“. (Quelle: archive.org)

Die Situation droht zu eskalieren. Am 27. Oktober stehen sich am „Checkpoint Charlie“ in der Berliner Friedrichstraße sowjetische und amerikanische Panzer gegenüber. Eine militärische Auseinandersetzung zwischen den beiden Supermächten und damit der Ausbruch eines Weltkrieges mit dem Einsatz von Nuklearwaffen scheinen 14 Stunden lang jederzeit möglich.

Checkpoint Charlie (Quelle: archive.org) Grenzübergangsstelle „Checkpoint Charlie“ Entgegen den alliierten Vereinbarungen des freien Zugangsrechts für Diplomaten und alliierte Militärs müssen sich diese jetzt einer Grenzkontrolle durch die Volkspolizei unterziehen. Am 25. und 26. Oktober fahren amerikanische Panzer in die Friedrichstrasse, um den alliierten Forderungen Nachdruck zu verleihen. Am 27. Oktober fahren auf der Ostberliner Seite sowjetische Panzer auf.
Am Morgen des 28. Oktober ziehen sich beide Seiten zurück.

Ein knappes Jahr später steht die Welt erneut am Rande eines nuklearen Weltkrieges.

Chruschtschow mit dem kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro | Quelle: archive.orgDie Sowjetunion beginnt am 10. Juni 1962 im Rahmen einer geheimen Operation, Mittelstreckenraketen auf Kuba zu stationieren. Sie entspricht damit zum einem dem Hilfeersuchen Kubas, das jederzeit mit einer Invasion der Amerikaner rechnen muss, andererseits wird Kuba als Militärbasis gegen die USA genutzt.



Bild: Chruschtschow mit dem kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro (Quelle: archive.org)

 

Neben 42.000 Soldaten, die als Erntehelfer getarnt sind, werden 230.000 Tonnen Ausrüstung auf die Insel verschifft, darunter 40 atomare Mittelstreckenraketen. Die Aktivitäten bleiben den Amerikanern nicht verborgen. Es kommt zur „Kuba-Krise“, von deren Existenz die Öffentlichkeit erst am 22. Oktober in Kenntnis gesetzt wird. Die USA verhängen eine Seeblockade über Kuba und veranlassen die größte Mobilmachung seit dem Zweiten Weltkrieg.

Amerikanische Aufklärungsbilder von der Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba | Quelle: archive.org

Am 27. Oktober kommt es auf hoher See zu einer Auseinandersetzung zwischen einem US-Zerstörer und einem sowjetischen, mit Atomwaffen ausgerüsteten U-Boot. Der Kapitän ist autorisiert, diese zur Verteidigung auch einzusetzen. Für den Abschuss der Torpedos ist jedoch die Zustimmung dreier Offiziere nötig. Einer von ihnen, Wassili Archipow, verweigert die Zustimmung ohne weiteren Befehl aus Moskau. Dies verhindert eine mögliche atomare Eskalation.
Am selben Tag wird ein amerikanisches U-2-Spionageflugzeug über Kuba abgeschossen. Die Lage droht nun völlig außer Kontrolle zu geraten. Es wird ein geheimes Treffen zwischen dem amerikanischen Justizminister Bobby Kennedy und dem sowjetischen Botschafter Anatoli Dobrynin arrangiert, um die Lage zu deeskalieren.
Kennedy erklärt sich bereit, die amerikanischen Jupiterraketen aus der Türkei abzuziehen, die dort praktisch unmittelbar vor der Haustür der Sowjetunion stationiert sind. Am nächsten Tag verkündet Chruschtschow den Abzug der sowjetischen Raketen aus Kuba.