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1956


Chruschtschows Geheimrede

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20. Parteitag der KPdSU (Quelle: net-film) Chruschtschow: „Der endgültige Triumph des Kommunismus“ Vom 14. bis 25. Februar 1956 findet in Moskau der 20. Parteitag der KPdSU statt. Doch erst Chruschtschows geheime Rede am letzen Tag macht den Parteikongress brisant. In einer geschlossenen Sitzung rechnet er zum Entsetzen und Erstaunen der Zuhörer mit der Glorifizierung der Person Stalins ab. Unter dem Titel „Über den Personenkult und seine Folgen“ prangert Chruschtschow nicht Stalins Politik an, sondern nur deren extreme Mittel zur Durchsetzung.

Seine Rede hat aber nichts mit Liberalisierung der öffentlichen Meinung zu tun. Er liefert auch gleich das Argument, warum es nie eine kritische Debatte geben darf:

Zitat

In den Folgejahren verschwindet Stalin „klammheimlich“ im öffentlichen Erscheinungsbild – Städte, Fabriken, Straßen, Institutionen werden umbenannt.

Sowjetische Parteitage sind auch immer Handlungsanweisungen für die Satellitenstaaten. Eine Diskussion über den Stalinkult findet auch dort nur innerhalb der Parteispitze statt. Darin geht es aber eher darum, wie man ohne Gesichtsverlust die „Kehrtwende“ schafft. Allein die Ahnung einer öffentlichen Debatte wird als „feindliche Propaganda“ deklassiert und verfolgt.

Rede Chruschtschows vor dem 20. Parteikongress 1956 in Moskau | Quelle: archive.org / ABL

Chruschtschows Redemanuskript gelangt trotzdem an die Öffentlichkeit. Während es im Ostblock verschwiegen wird, veröffentlichen westliche Zeitungen die Aussagen.
Zwei Leipziger Oppositionelle schreiben 1988/89 die Rede aus westdeutschen Zeitungen mühsam mit einer Schreibmaschine in mehreren Exemplaren ab. Sie binden das 38-seitige Dokument und verteilen es heimlich.

 

Rolle des sowjetischen Militärs

Quelle: archive.org / ABLDer „eiserne Vorhang“
Im internationalen Koordinatensystem nach dem 2. Weltkrieg ist die Sowjetunion zur Besatzungs- und Hegemonialmacht in Mittel-Osteuropa geworden. Die bi- und multilateralen Bündnisse mit den Satellitenstaaten sind rein formell.
Mit der Gründung des „Warschauer Vertrags“ am 14. Mai 1955 etabliert die Sowjetunion ein wichtiges transnationales Militärbündnis des Ostblocks unter seinem Befehl.

 

Polen 1956 Ungarn 1956
Quelle: Bundesarchiv Quelle: Bundesarchiv
„Russische Demokratie raus“
Quelle: Karta Zentrum
„Russen geht nach Hause!“
Quelle: archive. org

Wie nach dem Tod Stalins in der DDR (17. Juni 1953) wird auch nach Chruschtschows Geheimrede eine Demokratisierung der Gesellschaften massiv gefordert – diesmal in Polen und Ungarn.
Die Demonstrationen und Aufstände werden mit militärischen Mitteln niedergeschlagen. Nachdem sich in Ungarn sogar Partei- und Regierungskreise mit der protestierenden Bevölkerung solidarisieren, wird das Land von der sowjetischen Armee besetzt. Es kommt zu einem Krieg mit der ungarischen Zivilbevölkerung.

Die Präsenz des sowjetischen Militärs in den Volksdemokratien bildet die „Exekutive“ (vollziehende Gewalt) zur Absicherung des dortigen Sozialismus und der Vormachtstellung der UdSSR gegenüber seinen „Bruderstaaten“.